Frachtschifffahrt & Umwelt

Frachtschiffe sind das wichtigste Transportmittel der Welt. Über 90% des Welthandels findet auf dem Seewege statt. Damit nimmt die Schifffahrt nicht nur in der globalen Warenlogistik eine Schlüsselrolle ein, sondern auch beim Verbrauch von Energiereserven und der Emission klimaschädlicher Gase. Mit einem Ausstoß von über 1 Mrd. Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr ist der Schiffsverkehr für über 3% der globalen CO2-Emissionen (ca. 31 Mrd. Tonnen in 2007) verantwortlich1. Die Schifffahrt emittiert damit mehr CO2 als ganz Deutschland.

CO2-Emissionen der Schifffahrt im Vergleich, Quelle: Oceana

Das größte Umweltproblem in der Frachtschifffahrt ist, dass 90% der Schiffsmotoren mit vergleichsweise billigem, jedoch stark schadstoffhaltigen Schweröl betrieben werden. Das minderwertige Schweröl ist eine zähflüssige Masse, die als Abfallprodukt bei der Erdölverarbeitung in den Raffinerien zurück bleibt.

Bei der Verbrennung von Schweröl werden neben CO2 hauptsächlich Stickoxide (NOx) produziert. Stickoxide reagieren unter Sonnenlicht mit Kohlenwasserstoffen (CnHm), bilden Ozon und führen zu Smog. Schwefeloxide können Krankheiten der Atemwege verschlimmern und gelten als Mitverursacher des "sauren Regens". Ozon führt beim Menschen zu Atembeschwerden und schädigt die Pflanzenwelt.

Ein Sondergutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) kommt 2002 zu dem Ergebnis: Der globale Schiffsverkehr ist für ca. 7% aller SO2- und 11–12% aller NOx-Emissionen verantwortlich.



1: Second IMO (International Maritime Organization) GHG Study 2009; International Maritime Organization London, UK