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Unternehmen

Geschichte und Meilensteine

SkySails begann im Jahr 2001 mit der Entwicklung des weltweit ersten, praxistauglichen Zugdrachen-Antriebssystems für die gewerbliche Schifffahrt. Nach erfolgreichem Abschluss der Grundlagenentwicklung in 2005 wurde die Zugdrachenfläche auf 160m2 skaliert und auf dem 55 Meter langen ehemaligen Tonnenleger MS “Beaufort” in den Jahren 2006 und 2007 eingehend getestet.

Ende 2007 / Anfang 2008 startete SkySails in eine eineinhalbjährige Piloterprobung des SkySails-Systems auf den Kundenschiffen MS “Michael A.” (WESSELS Reederei; erste Nachrüstung) und MS “Beluga SkySails” (Beluga Shipping; erste Installation auf einem Frachtschiffneubau) im regulären Praxisbetrieb. Dabei hat sich das Konzept des Zugdrachen-Windantriebs an Bord als tauglich erwiesen und die gemessene Zugkraft macht das SkySails-System zum leistungsfähigsten Windantrieb der Welt.

Zurzeit rüstet SkySails eine Serie von drei Frachtschiff-Neubauten der Reederei Wessels aus Haren an der Ems mit der neuesten Generation des Zugdrachen-Antriebssystems aus. Das erste Schiff dieser Serie, das MS „Theseus“, fährt seit August unter SkySails. Anfang 2010 wird der erste Fischtrawler – die ROS-171 „Maartje Theadora“ – mit einem SkySails-System in Betrieb genommen.


Die folgenden Bilder dokumentieren die Entwicklung von SkySails:

2001/02: Versuchsträger I "Da Vinci"

Die physikalischen Grundprinzipien der SkySails-Technologie wurden mit dem SkySails-Versuchsträger „Da Vinci”, einem modifizierten Katamaran, getestet. Der Katamaran ließ sich leicht handhaben und besaß die gewünschten hydrodynamischen Eigenschaften. Die Steuerung von Schiff und Zugdrachen erfolgte manuell. Die Versuchsreihen belegten, dass es physikalisch möglich ist, ein Schiff mit einem Zugdrachen anzutreiben.

2003/04: Versuchsträger II "Galileo"

Als Versuchsträger II verwendete SkySails ein maßstabgetreues 8m langes und 2 Tonnen schweres Modell eines bereits gebauten Containerschiffes aus der Hamburgischen Schiffbauversuchsanstalt, die „Galileo“. Zunächst wurden wissenschaftliche Tests im Strömungskanal der Hamburger Schiffbauversuchsanstalt (HSVA) durchgeführt, um das Zugverhalten eines Drachens auf herkömmliche Frachtschiffe zu untersuchen. Mit dem selben Modell, angetrieben durch ein kleines Zugdrachensystem, wurde bei praktischen Versuchen auf der Ostsee bewiesen, dass die SkySails-Technologie für die Frachtschifffahrt geeignet ist. Die im Test erhobenen Daten erlaubten eine erste Rückrechnung auf das System in Originalgröße. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren Schiff und Zugdrachen voll ferngesteuert.

2004/05: Versuchsträger III MY "Jan Luiken"

Die Ausrüstung des 15m langen und 18t schweren SkySails-Versuchsträgers III, der MY Jan Luiken, mit Systemkomponenten für Zugdrachenflächen von bis zu 40m², begann im November 2004. Alle wesentlichen Systemkomponenten, wie z.B. das Start- und Landesystem wurden im Laufe des Jahres 2005 erfolgreich in der Praxis erprobt. Das System arbeitete halbautomatisch, die Alpha-Version des Autopiloten war bereits implementiert.

Die MY Jan Luiken dient SkySails auch heute noch als Entwicklungsplattform. Auf Ihr werden neue Technologie-Konzepte in kleinem Maßstab getestet, bevor sie auf dem Versuchsschiff MS Beaufort in Originalgröße umgesetzt werden. Diese Vorgehensweise hilft Entwicklungskosten zu reduzieren. Die MY Jan Luiken wurde nach dem Gründer des renommierten Schiffsfinanzierers Oltmann Gruppe aus Leer, Jan Luiken Oltmann, benannt.

2006/2007: Weiterentwicklung Frachtschiffsystem

Im Januar 2006 wurde mit der Ausrüstung des knapp 55m langen und 800 Tonnen schweren ehemaligem Tonnenlegers MS "Beaufort" (ehem. MS "Buk") begonnen und der Testbetrieb mit Systemgrößen ab 80 m2 aufgenommen.
 
Bis Ende 2006 wurde das SkySails-System auf diesem Schiff auf Zugdrachenflächen bis 160m² skaliert und im Jahr 2007 auf Nord- und Ostsee eingehend getestet. Somit erreichte das SkySails-System auf der Beaufort erstmalig Originalgröße. Mit dieser Systemgröße können bereits kleine Frachtschiffe, Fischtrawler und Superyachten ausgerüstet werden.

Ende 2007 – Anfang 2009: Piloterprobung Frachtschiff

Hand in Hand mit den Kunden Beluga Shipping und der WESSELS Reederei wurde Ende 2007 / Anfang 2008 mit der Piloterprobung und dem damit erstmaligen Einsatz des Systems im regulären Schiffsbetrieb auf der „Beluga SkySails“ und der „Michael A.“ der letzte, große Entwicklungsschritt der SkySails-Technologie zu einem serienreifen Produkt eingeleitet.

Insgesamt wurden die Erwartungen an die Zugkraft des SkySails-Antriebs im Rahmen dieser Piloterpro-bungsphase übertroffen: Mit Hilfe des SkySails-Antriebs konnte der Treibstoffverbrauch z.B. auf der „Mi-chael A.“ zeitweilig um bis zu 57% gesenkt werden. Alternativ konnte die Schiffsgeschwindigkeit mit Hilfe der durch das SkySails-System zusätzlich bereit gestellten Energie um ca. 1,6 Knoten erhöht werden.

An Bord hat sich der SkySails-Antrieb optimal in den Schiffsbetrieb integriert. So konnte er ohne großen Aufwand auf den Schiffen installiert werden. Auch hat sich bestätigt, dass Schiffe unter Einsatz des Sky-Sails-Antriebs manövrierfähig bleiben. Ebenso bestätigte sich, dass die bestehende Mannschaft zur Bedie-nung des Systems ausreichend sein wird und das Bedienungskonzept aufgeht.

2009: Erste Frachtschiffserie mit SkySails

2009 rüstet SkySails eine erste Serie von drei Frachtschiffen der Reederei Wessel aus Haren an der Ems mit dem SkySails-System der neuesten Generation aus.

Die „Theseus“ ist eines von drei neuen im Auftrag der Reederei Wessels auf der slowakischen Komarno-Werft gebauten Schiffen des Typs „Rhein“. Bei der „Theseus“ handelt es sich damit um den gleichen Schiffstyp wie die „Michael A.“. Sie ist 90m lang und verfügt über eine Tragfähigkeit von ca. 3.700 Tonnen sowie einen MaK-Hauptantrieb mit einer Leistung von 1.500 kW. Wie auf der „Michael A.“ wird auch die Hauptmaschine der „Theseus“ von einem 160m² großen SkySails-Antrieb entlastet.

Anfang August erfolgte am SkySails-Produktionsstandort Wismar die abschließende Installation und Inbe-triebnahme des Zugdrachenantriebs auf der „Theseus“. Das Schiff fährt seitdem unter SkySails und das neue System hat sich bereits im Praxiseinsatz bewährt.

Ausblick 2009/2010: SKS C 320 und erste Ausrüstung eines Fischtrawlers

Im Rahmen der weiteren Produktentwicklung fokussiert SkySails auf die Optimierung der Systemleistung und die Entwicklung des nächst größeren SkySails-Antriebs. Das SKS C 320 wird über einen ca. 300m2 großen Zugdrachen verfügen und bei gutem Wind eine Zugkraft von 16 Tonnen erzeugen. Ende 2009 wird die „Beluga SkySails“ als erstes Schiff mit dem sogenannten SKS C 320 ausgerüstet.

Im Oktober 2009 wurde der erste Kaufvertrag über ein SkySails-System zur Installation auf einem Fisch-trawler abgeschlossen. Mit den ersten Vorbereitungsarbeiten für die Ausrüstung wurde bereits begonnen. Anfang 2010 soll der SkySails-Antrieb auf dem Fischereifahrzeug ROS-171 „Maartje Theadora“ in Betrieb genommen werden. In enger Zusammenarbeit werden Parlevliet & Van der Plas und SkySails an Bord der „Maartje Theadora“ evaluieren, ob und in welcher Form das Windantriebssystem für den Betrieb an Bord eines Fischereifahrzeuges modifiziert werden muss. Das eigens zu diesem Zweck aufgesetzte Pilotprojekt erhält finanzielle Förderung und Unterstützung durch den Europäischen Fischereifonds (EFF) und das Land Mecklenburg-Vorpommern.  








Versuchsträger I "Da Vinci"
Versuchsträger II "Galileo"


Versuchsträger III MY "Jan Luiken"




MS "Beaufort"

MS "Michael A."
MS "Beluga SkySails"
SkySails-System an Bord des MS "Theseus"

ROS-171 „Maartje Theadora“
(Photomontage)
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